Aktuell

Spezial-Südmexiko-Newsletter zum 17. November 2023

30 Jahre nach dem Aufstand organisieren sich die Zapatistas neu

Am 17. November 2023 feiert die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) ihr 40-jähriges Bestehen. Knapp 30 Jahre ist es her, seit die EZLN im Januar 1994 mit einem bewaffneten «Aufstand der Würde» weltweit Aufmerksamkeit erregte. Heute suchen die Zapatistas angesichts der zunehmenden Gewalt und der Präsenz krimineller Organisationen im Bundesstaat Chiapas neue adäquate Formen, um ihre Gemeinden autonom zu regieren.

Von Alice Froidevaux und Philipp Gerber

Quelle: www.medicointernational.ch

Chiapas, der südlichste Bundesstaat Mexikos, in dem die indigenen Gemeinden am 1. Januar 1994 einen bewaffneten Aufstand wagten, befindet sich heute in einer Gewaltspirale. Gruppen der organisierten Kriminalität mischen sich mit den paramilitärischen Strukturen, welche in den 90er-Jahren zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt wurden. Sie terrorisieren die Bevölkerung insbesondere an der Grenze zu Guatemala.

Nun haben die Zapatistas in einer Reihe von Communiqués bekanntgegeben, wie sie auf die neuen Herausforderungen reagieren werden. In der Erklärung «Novena Parte: La Nueva Estructura de la Autonomía Zapatista» bekräftigen sie, dass sie in Zukunft die indigene Autonomie noch stärker auf die Gemeinden fokussieren: «Jede lokale Selbstverwaltung kontrolliert ihre autonomen organisatorischen Ressourcen (wie Schulen und Kliniken) und die Beziehungen zu den benachbarten nicht-zapatistischen Gemeinden».

Auch der Aufbau und die Organisation der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) wurden reorganisiert. Dies mit dem Ziel, die Verteidigung und Sicherheit der Dörfer und der Mutter Erde im Falle von Aggressionen und Angriffen zu erhöhen. Zu den akuten Gefahren zählen die Zapatistas globale Kriege, die Militarisierung der Region, die Invasion durch Unternehmen, die die Natur zerstören, und die Klimakrise. Mesoamerika ist vermehrt von Dürren und ungewöhnlich starken Hurrikans betroffen, wie kürzlich der Hurrikan Otis im Bundesstaat Guerrero gezeigt hat.

Die Neuorganisation der autonomen Strukturen sei das Resultat einer zehnjährigen, selbstkritischen Reflexion und die Umsetzung brauche Geduld. «Wir haben uns darauf vorbereitet, dass unsere Völker überleben», betont die EZLN. Sie denken dabei in langen Zeiträumen und wollen die Existenz der Gemeinden für die nächsten Generationen sichern: «Nur wenn wir weit zurück und nach vorne blicken, können wir den jetzigen Schritt verstehen». Mit dem Slogan «Más de 500, 40, 30, 20, 10 años después» erinnert die zapatistische Bewegung auch an die vorherigen Schritte in ihrer Geschichte: Vor 20 Jahren gründeten die Zapatistas die bisherige Autonomiestruktur, vor 30 Jahren überraschte der zapatistische Aufstand die Welt, vor 40 Jahren, am 17. November 1983, gründete eine kleine Gruppe von Guerrilleros die EZLN im lakandonischen Urwald, und seit über 500 Jahren befinden sich die indigenen Völker Lateinamerikas im Widerstand!

Autonome Basisgesundheit

Seit vielen Jahren unterstützt die Direkte Solidarität mit Chiapas über die medico-Partnerorganisation Salud y Desarrollo Comunidario (SADEC) die Zapatistas in der Stärkung der selbstorganisierten Gesundheitsversorgung. Sie bieten Aus- und Weiterbildungskurse für indigene Gesundheitsverantwortliche und Hebammen an, koordinieren und begleiten ein Programm von jungen Ärzt*innen, die ihren Sozialdienst in zapatistischen Landkliniken absolvieren, und ermöglichen den Zapatistas einen vergünstigten Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten. Auch wenn direkte Spitalüberweisungen aus ländlichen Gemeinden notwendig sind, funktioniert SADEC als unterstützende Schnittstelle zwischen den autonomen zapatistischen Gemeinden und staatlichen Gesundheitsinstitutionen.

Quelle: www.medicointernational.ch

Auch für SADEC bringt die neue Gewalt in Chiapas zusätzliche Herausforderungen und fordert eine laufende Reevaluation von Strategien und Arbeitsformen. Zum Jahrestag des EZLN und zum Jubiläum des zapatistischen Aufstandes ist das Team von SADEC dankbar, Teil dieses gemeinsamen Lernweges zu sein:

Desde Sadec saludamos este 30 aniversario zapatista con el respeto que la lucha digna merece, desde la palabra que teje, que da forma y crea; la mirada que va un paso más allá, la rebeldía que hace posible el caminar, el dolor que fortalece, la alegría que da vida y por la oportunidad de caminar y aprender de esta lucha. Entre otros, desde la otra salud se ha trazado una ruta de aprendizaje colectivo; desde otros dolores, otros sentires, otras prácticas, otros modos; sumando saberes y conocimientos, modos y formas; ampliando la mirada más allá de la enfermedad, semilla que ha quedado en decenas de jóvenes médicas y médicos que han tenido la oportunidad de caminar esta experiencia. Saludamos esta nueva etapa de lucha por la vida, aunque con muchos retos, llena de la experiencia acumulada. Un privilegio estar en este momento histórico. SADEC, noviembre 2023

Wir von SADEC feiern diesen 30. zapatistischen Jahrestag mit dem Respekt, den der würdige Kampf verdient. Ein Kampf, der auf dem Wort beruht, das webt, das formt und schafft; auf dem Blick, der einen Schritt weiter geht, auf der Rebellion, die das Gehen ermöglicht, auf dem Schmerz, der stärkt, auf der Freude, die Leben schenkt, und auf der Möglichkeit, diesen Kampf zu gehen und daraus zu lernen. Unter anderem über «die andere Gesundheit» haben wir einen kollektiven Lernweg beschritten; geprägt von anderen Schmerzen, anderen Gefühlen, anderen Praktiken, anderen Wegen; gegründet auf dem Zusammenbringen von Wissen, von Wegen und Formen; auf dem Erweitern des Blicks über die Krankheit hinaus. Ein Samen, der in Dutzenden von jungen Ärzt*innen gepflanzt wurde, die die Gelegenheit hatten, diese Erfahrung zu machen. Wir freuen uns auf diese neue Etappe im Kampf um das Leben, die zwar viele Herausforderungen mit sich bringt, aber auch auf eine Fülle von Erfahrungen zurückgreifen kann. Es ist ein Privileg, an diesem historischen Moment teilzuhaben. SADEC, November 2023

Alle bisherigen Communiqués finden sich (u.a. auf Deutsch und auf Spanisch) hier: http://enlacezapatista.ezln.org.mx/

Quelle: https://www.medicointernational.ch/regionen-projekte/mexiko/hintergruende/chiapas-die-zapatistas-organisieren-sich-neu.html

Posted by Andrea Steinauer in News

Themen:

Südmexiko-Newsletter November 2023

CHIAPAS

Communiqué-Serie der EZLN
Mit dem Communiqué «Vom Säen und Ernten» von Mitte Oktober begann eine Reihe von Communiqués, dies nach mehreren Monaten Schweigen. Im neusten Communiqué erklärt Moises, dass die zapatistischen Landkreise (MAREZ) und die Räte der Guten Regierung (JBGs) nicht mehr weiterexistieren. Die Gründe dafür und der Weg, der zu dieser Entscheidung führte, werden noch erläutert. Gleichzeitig laden die Zapatisten alle Solidarischen zum 30 jährigen Bestehen des zapatistischen Aufstands Ende Dezember/anfangs Januar ein – mit eben einer Warnung..

 

Cuarta Parte – Varias Muertes Necesarias – Subcomandante Insurgente Moisés – Noviembre de 2023 – Quelle: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/wp-content/uploads/2023/11/4aparte.jpg

Vierter Teil und erste Warnung, sich zu nähern:

 

Verschiedene notwendige Tode
(Subcomandante Insurgente Moises, 5. November 2023)

An die Menschen, die die Erklärung für das Leben unterzeichnet haben.
Wir teilen Euch folgendes mit:
ERSTENS.– Seit einigen Monaten – nach einer langen und tiefgründigen, kritischen und selbstkritischen Analyse – und nachdem sich mit allen zapatistischen Pueblos beraten wurde – wurde das Ableben der Zapatistischen Rebellischen Autonomen Landkreise (MAREZ) und der Räte der Guten Regierung beschlossen.

Weiterlesen in Deutsch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/11/06/vierter-teil-und-erste-warnung-sich-zu-nahern-verschiedene-notwendige-tode/
Weiterlesen in Spanisch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/11/05/cuarta-parte-y-primera-alerta-de-aproximacion-varias-muertes-necesarias/

 

Dritter Teil:

D e n í

(El Capitán, 3. November 2023)

Der verstorbene SupMarcos meinte, die Gründe für den Aufstand [vom 1. Januar 1994] können nicht begriffen werden, ohne zuvor die Geschichte von Paticha zu kennen. Paticha, ein Mädchen jünger als 5 Jahre, welches ihm in den Armen starb, weil es keine Tablette gegen Fieber gab. Und heute sage ich euch: Ihr könnt das, was euch später der Subcomandante Insurgente Moisés en detail erklären wird, nicht verstehen, wenn ihr nicht die Geschichte von Dení kennt.
Dení ist ein maya-indigenes Mädchen, sie ist die Tochter einer Insurgenta und eines Insurgente Indígenas Zapatistas. Als sie vor etwa 5 Jahren geboren wurde, gaben sie ihr diesen Namen, um das Andenken einer Compañera, die vor vielen Jahren starb, zu ehren.
Dení hatte der verstorbene SupGaleano kennengelernt, als sie noch ein Patz war – rund und mit Babyspeck wie eine kleine Mais-Pastete.

Weiterlesen in Deutsch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/11/03/dritter-teil-deni/
Weiterlesen in Spanisch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/11/02/tercera-parte-deni/

PS: Subcomandante Insurgente Galeano von der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN), der im Mai 2014 „geboren“ wurde, „starb“ und machte Platz für Capitán Insurgente Marcos, wie im zweiten und dritten Teil der Communiqués zu lesen ist.
Weiterlesen in Spanisch: https://www.jornada.com.mx/noticia/2023/10/29/estados/el-subcomandante-galeano-201cmurio201d-da-paso-al-capitan-insurgente-marcos-5105

 

 

Zweiter Teil:

NIESEN DIE TOTEN?
Oktober 2023.
Der SupGaleano ist gestorben. Er starb so, wie er gelebt hat: unglücklich.
Dies ja, er hat sich, bevor er starb, darum gesorgt, den Namen an die*den zurückzugeben, die*der Nachkomme des Maestro Galeano (*1) ist. Er empfahl, diesen Namen lebendig zu halten, das heißt: kämpfend. Auf diese Weise wird Galeano weiterhin durch die Berge streifen.
Ansonsten war es ganz einfach. Er fing an zu trällern, so was wie: »Ich weiß, ich bin verrückt, verrückt, verrückt« (*2), und kurz vor dem letzten Atemzug sagte er, das heißt, fragte er: »Niesen die Toten?«, und das wars. Es waren seine letzten Worte. Keine Phrase für die Historie, den Grabstein oder eine am Lagerfeuer erzählte Anekdote. Lediglich diese absurde, anachronistische, nicht-zeitgemäße Frage: »Niesen die Toten?«

Weiterlesen in Deutsch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/10/30/zweiter-teil-niesen-die-toten/
Original in Spanisch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/10/29/segunda-parte-los-muertos-estornudan/

 

 

Erster Teil:

DIE MOTIVE DES WOLFES.
Rubén Darío.
Nicaragua.
Der Mann, der ein Herz aus Lilien trägt,
die Seele eines Cherubim, mit paradiesischer Sprache,
der kleine und sanfte Franziskus von Assisi,
traf zusammen mit einem rohen und wilden Tier,
einer gefürchteten Bestie, lüsternd nach Blut und Raub,
mit Wut erfülltem Schlund und bösen Augen:
Der Wolf von Gubbio, der schreckliche Wolf,
tollwütig hat er die Landschaften verwüstet,
all die Herden in Stücke zerrissen,
die Hirten und Lämmer zerfleischt.
Unzählbar sind seine Toten und Schädigungen.

Weiterlesen in Deutsch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/10/30/zweiter-teil-niesen-die-toten/
Original in Spanisch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/10/22/primera-parte-los-motivos-del-lobo/

 

GUERRERO

Katastrophe ohne Vorwarnung in Mexiko: Hurrikan Otis hinterlässt Spur der Zerstörung (28.10.23)
Das Ausmaß der Zerstörung durch den Hurrikan „Otis“ wird erst am Tag danach sichtbar. Otis war in der Nacht auf den 25. Oktober mit Windgeschwindigkeit von 265 Kilometern pro Stunde auf die Küste von Guerrero getroffen und schnitt die Region von jeglicher Kommunikation ab. Bis zum Abend des folgenden Tages registrierten die Behörden allein in Acapulco 36 Todesopfer. Ein Mädchen, das von den Wassermassen mitgerissen wurde, wird vermisst.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/10/266570/mexiko-katastrophe-ohne-vorwarnung-otis

EZLN – Kommuniqué (29.10.23):
In Unterstützung unserer Geschwister [der Pueblos] Originarios in Guerrero
Mit großer Bestürzung sahen wir, wie der Hurrikan Otis mit außergewöhnlicher Wucht die Küsten des Bundesstaates Guerrero getroffen hat; er hinterließ dutzende an toten Menschen und die Zerstörung von Dörfern und Städten. Unsere Geschwister der Organización Campesina de la Sierra del Sur [Organisation der Kleinbäuer:innen der Sierra del Sur] im Landkreis Coyuca, Bundesstaat Guerrero – Mitglieder des Congreso Nacional Indígena – haben uns über die Schäden informiert, welche der Hurrikan in den indigenen und kleinbäuerlichen Comunidades in Guerrero und besonders in den Pueblos der dortigen Costa Grande [Großen Küste] verursachte.
Weiterlesen in Deutsch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/10/28/in-unterstutzung-unserer-geschwister-der-pueblos-originarios-in-guerrero/
Original in Spanisch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/10/27/en-apoyo-a-nuestros-hermanos-originarios-en-guerrero/

 

MEXIKO

EZLN – Communiqué (30.10.23):

STOPPT DIE REPRESSION GEGEN DIE INDIGENE COMUNIDAD OTOMÍ IN MEXIKO-STADT

NEIN ZUR RÄUMUNG DER CASA DE LOS PUEBLOS »SAMIR FLORES SOBERANES«

Angesichts der jüngsten Repressionsakte gegen die Comunidad Indígena Otomí in Mexiko-Stadt und dem Räumungsversuch des Casa de los Pueblos y Comunidades Indígenas »Samir Flores Soberanes« erklären wir:
Am 16. Oktober 2023 hatten mehr als 500 Granadero-Polizisten das «Casa de los Pueblos y las Comunidades Indígenas [Haus der Indigenen Pueblos und Comunidades] Samir Flores Soberanes« eingekreist, mit dem Befehl die Comunidad Otomí dort zu räumen. Dieser Räumungsversuch hinterließ zehn wüst geschlagene und verletzte Compañer@s, unter ihnen eine 13jährige Jugendliche, ältere Compañer@s und Compañer@s mit unterschiedlichen Fähigkeiten.
Weiterlesen in Deutsch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/10/31/stoppt-die-repression-gegen-die-indigene-comunidad-otomi-in-mexiko-stadt/
Original in Spanisch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/10/30/alto-a-la-represion-en-contra-de-la-comunidad-indigena-otomi-residente-en-la-ciudad-de-mexico/

Konzernverantwortung für Umweltkatastrophe am Río Sonora offiziell bestätigt (26.10.23)
Ein neuer Bericht der mexikanischen Umweltbehörde bestätigt, dass das Bergbauunternehmen Buenavista del Cobre, das zur Grupo México gehört, die Flüsse Sonora und Bacanuchi chronisch verseucht hat und für die Folgekosten aufkommen muss.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/10/266491/mexiko-konzernverantwortung-rio-sonora

 

MIGRATION

Riesige Karawane durch Mexiko: Fussmarsch zur Grenze (3. 11.23)
Rund 5.000 Menschen haben sich Ende Oktober aus der Stadt Tapachula im Süden von Chiapas auf den Weg Richtung US-Amerikanischer Grenze gemacht. Die sogenannte “Karawane“ bietet den Migrant:innen den Schutz der Gruppe, denn die Route durch das mexikanische Inland gilt als besonders gefährlich.
Weiterlesen: https://taz.de/Riesige-Karawane-durch-Mexiko/!5970694/

Ebenfalls zu diesem Thema:
Flüchtende aus Mexiko: Die gefährlichste Route des Planeten (5.11.23)
Eine Rekordzahl an Schutzsuchenden trifft in Mexiko ein. Hilfe von der Regierung gibt es kaum.
Weiterlesen: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1177518.usa-fluechtende-aus-mexiko-die-gefaehrlichste-route-des-planeten.html

 

HINWEISE

4. – 7. Jan. 2024: NO-WEF-Winterquartier in Bern. Das Programm für 2024 folgt in Kürze!
Alle Veranstaltungen finden in der Reitschule (Neubrückstrasse 8, 3012 Bern) statt, im Tojo Theater und im Kino der Reitschule. Siehe https://nowef-winterquartier.ch/

Posted by Tamara Wagenbrenner in Chiapas, Communiqués, Migration, Newsletter

Südmexiko-Newsletter Oktober 2023

CHIAPAS

Interview: Die gewaltsame Vertreibung nimmt zu (26. Sept. 23)

Pedro Faro, zurzeit in Europa unterwegs, (FrayBa) über die Menschenrechtslage in Chiapas und im Süden Mexikos.
Weiterlesen: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1176579.mexiko-mexiko-die-gewaltsame-vertreibung-nimmt-zu.html

 

Communiqué Subcomandante Moisés: Vom Säen und Ernten (16. Okt. 23)
Krieg ist Krieg ist Krieg … Subcomantante Moises erinnert an das gleichnamige Communiqué von Marcos vor 15 Jahren, das sich auch auf den Nahostkonflikt in Israel bezog, und in welchem vor einem weiteren Krieg und Alptraum gewarnt wurde.

„Weder die Hamas noch Netanjahu. Das Volk von Israel wird überleben. Das Volk von Palästina wird überleben. Sie müssen sich nur eine Chance geben und ihr Bestes geben. In der Zwischenzeit wird jeder Krieg nur ein Vorspiel für den nächsten sein, der noch grausamer, noch zerstörerischer, noch unmenschlicher sein wird“, fügt Moises an.

Weiterlesen: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2023/10/16/vom-saen-und-ernten/

 

Schwere Unruhen in der indigenen Gemeinde Altamirano in Chiapas (14. Okt. 23)
Rund 60 Personen aus der chiapanekischen Gemeinde Altamirano sind von einer bewaffneten Gruppe entführt worden, als sie sich nach Verhandlungen mit den Behörden auf dem Rückweg aus der Hauptstadt Tuxtla Gutiérrez befanden. Hintergrund ist ein Machtkampf mit der Familie Pinto Kanter, deren Urahnen als deutsche Kaffeebarone nach Chiapas eingewandert sind. Nach Brandstiftungen, Entführungen und Blockaden hat die Armee die Kontrolle über Altamirano übernommen.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/10/266336/mexiko-schwere-unruhen-chiapas

 

Bevölkerung von Chiapas demonstriert gegen Waffengewalt (29. Sept. 23)

„Wir wollen Frieden in Siltepec“ steht auf einem Transparent bei der Demo am 26. Sept. Quelle: Siltepec Chiapas/facebook

 

In der Kleinstadt Siltepec im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas haben mehrere tausend Personen gegen die eskalierende Gewalt mehrerer Drogenkartelle in der Grenzregion zu Guatemala demonstriert. Der Marsch konnte stattfinden, nachdem am Vortag 800 Militärs und Polizisten in die Region vorgedrungen sind.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/09/266082/chiapas-proteste-mafiagewalt

 

 

 

 

PUEBLA

Reportage: 5 Jahre Straflosigkeit im Fall Sergio Rivera
Sergio Rivera wurde 2018 verschwunden gelassen. Als er vernahm, dass man am Rio Paso ein Wasserkraftwerk erstellen wollte, das die Minengesellschaft Autlan mit Energie versorgen sollte, wurde er zum Umweltverteidiger der Region.

Ebenfalls lesenswert sind die Hintergründe der Kooperative Corazon de la Montana, von denen wir seit 2 Jahren Kaffee importieren.

Weiterlesen (auf Spanisch, mit vielen Fotos): https://adondevanlosdesaparecidos.org/2023/10/02/sergio-rivera-cinco-anos-de-impunidad-ante-la-desaparicion-del-defensor-de-los-rios/

 

Podcast: Puebla – Una promesa al rio
Erzählt wird auch hier die Geschichte von Sergio und des Widerstandes gegen das Wasserkraftwerk, der u.a. dank des Gemeinschaftsradios erfolgreich war – obwohl das Projekt nur auf Eis gelegt wurde. In der Reihe Periodismo de lo Posible, CESDER (Centro de Estudios para el Desarrollo Rural) erschienen.

Anhören (auf Spanisch, 35 min): https://archive.org/details/ep-10-periodismo-de-lo-posible-puebla-una-promesa-al-rio

 

 

GUERRERO

Willkür und Widerstand in Mexiko

Die Angehörigen der 43 verschwundenen Studenten von Ayotzinapa beharren auf Aufklärung.

Weiterlesen: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1176537.verschwundene-studenten-in-mexiko-willkuer-und-widerstand-in-mexiko.html

 

Ayotzinapa: Eltern der Verschwundenen enttäuscht von Regierung Lopez Obrador (29. Sept.)

Angehörige werfen der Regierung vor, die Armee zu schützen und die Aufklärung zu behindern. Details des emblematischen Vorfalls weiter unklar.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/09/266070/mexiko-ayotzinapa-enttaeuschung

 

 

MEXIKO

Podcast: alterritorios. Encuentros contra Extractivismos y Megaproyectos. Primer capitulo.
In diesem Podcast werden die verschiedenen Ebenen untersucht, in welchen der Rohstoffextraktivismus in Mexiko vorangetrieben wird; aber auch, wie sich der facettenreiche Widerstand von Kollektiven und Gemeinden dagegen bildet.
Anhören (auf Spanisch, 90 min): https://alterritorios.net/podcast/

 

 

HINWEISE

29. Okt. bis 1. Nov. 23: Tearing Walls Down – Mauern einreissen (untertitelter Film von Yikilacak Duvarlar), in verschiedenen Städten, mit Diskussion. Porträt von drei Politikerinnen der türkischen und kurdischen Gesellschaft, die alle verhaftet wurden im Zuge der Repressionswelle in der Türkei. Zum Flyer: https://al-be.ch/tearing-walls-down-mauern-einreissen/

 

 

Sa, 4. Nov. 23: Wir haben genug! – Grossdemo gegen die Wohnungskrise. Turbinenplatz Zürich, 15 Uhr. Infos: http://wohndemo.ch/

 

 

 

 

 

 

28. Okt. – 5. Nov. 23: Zürcher – Mexikanisches Totenfest 2023 – Zeremonien zum Tag der Toten. Kollektive Kunstausstellung und Ausstellung von Altären, Diskussionen, szenische Lesung …
St. Jakobskirche, Stauffacherstr. 34, Zürich. Das Programm: https://citykirche.ch/dia-de-muertos-2/

 

Posted by Andrea Steinauer in Communiqués, News

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Südmexiko-Newsletter August / September 2023

IN EIGENER SACHE

Espresso RebelDía in allen Grössen

Liebe RebelDía-Espressosüchtige und alle, die es noch werden wollen: Ab sofort ist Espresso RebelDía in allen Grössen wie Café RebelDía (Arabica) erhältlich.

Das heisst: 250 gemahlen, 500g gemahlen oder Bohnen, 1 kg Bohnen. Wir freuen uns auf Bestellungen!

Bestellbar momentan über gebana: https://www.gebana.com/ch-de/Shop/Getraenke/Kaffee.
Demnächst ist das auch über unsere Homepage möglich.

 

 

 

CHIAPAS

Immer wieder haben wir im Südmexiko-Newsletter über die verstärkten Aggressionen von paramilitärischen Gruppierungen gegenüber der zapatistischen Basis in Chiapas berichtet. Diese haben leider nicht abgenommen. In letzter Zeit häufen sich gewaltsame Ereignisse, hinter denen das organisierte Verbrechen steht und neu Kämpfe um territoriale Kontrolle zweier Drogenkartelle im Gange sind. So gibt es in den Lakandonen-Gemeinden (nicht autonomen Gemeinden) z.B. Strassenkontrollen (Schutzgelder), Einschüchterungen, gewaltsame Vertreibungen, Todesdrohungen von Exponenten der Gemeindestrukturen. Auch in San Cristóbal werden zunehmend mehr Schiessereien und gewaltsame Konflikte mit diesem Hintergrund gemeldet. 5.000 Lehrer*innen streiken in den Gemeinden der Sierra und der Grenzgebiete von Chiapas mit Guatemala und protestieren damit gegen die Gewalt der organisierten Kriminalität und die Untätigkeit der Regierung.

Der CNI hat nun am 12. Oktober (531 Jahre Widerstand der indigenen Bevölkerung) zu einem weltweiten Aktionstag aufgerufen.

Quelle: CNI

Eure Aktionen könnt ihr gerne melden (Mail im untenstehenden Link dazu).

Die EZLN hat bislang dazu geschwiegen. Gemäss dem Artikel „El silencio de los Caracoles y el riesgo de una nueva guerra en Chiapas“ (Link siehe weiter unten) sind die Caracoles für die Öffentlichkeit/Besuchende geschlossen.

Im November jährt sich bekanntlich der 40. Jahrestag der klandestinen Organisation. Eines ist klar: Der Kampf geht weiter!

 

 

12. Oktober: CNI ruft auf zum weltweiten Aktionstag – Stoppt den Krieg gegen die Pueblos Mexikos und der Welt, gegen die zapatistischen Pueblos und die Pueblos originarios in Mexiko (18. Sept.)
http://www.congresonacionalindigena.org/2023/09/18/convocatoria-alto-a-la-guerra-contra-los-pueblos-de-mexico-y-del-mundo-hacia-los-pueblos-zapatistas-y-hacia-los-pueblos-originarios-de-mexico/

 

Interview: Wie Indigene Gemeinschaften in Mexiko für Land und Klima kämpfen
Das Schanzenfest in Hamburg anfangs September fand dieses Jahr unter dem Motto „Für ein Klima der Revolte. Indigene Kämpfe verteidigen“ statt. In diesem Rahmen führte Esther Zaim für Perspektive Online ein Interview mit Amaydali vom “Congreso Nacional Indígena” (CNI) und Pedro von “Frayba” über ihre Kämpfe. Sie sind zurzeit in Europa unterwegs.
Weiterlesen: https://perspektive-online.net/2023/09/interview-fuer-ein-klima-der-revolte-wie-indigene-gemeinschaften-in-mexiko-fuer-land-und-klima-kaempfen/

 

„Chiapas… Hay alguien ahi afuera? – Zona Norte, Parte I“ – 40 minütige Reportage von Rompeviento zur aktuellen Situation in Chiapas
Anschauen (auf Spanisch): https://www.youtube.com/watch?v=Tr7tKeZsQ9o

Auf Spanisch: El narco en la Lacandona
https://www.jornada.com.mx/notas/2023/09/12/politica/el-narco-en-la-lacandona/

Auf Spanisch: Chiapas – nueva sangre, viejas guerras
https://elpais.com/mexico/2023-09-17/chiapas-nueva-sangre-viejas-guerras.html

Auf Spanisch: El silencio de los Caracoles y el riesgo de una nueva guerra en Chiapas
https://jacobinlat.com/2023/08/30/el-silencio-de-los-caracoles-y-el-riesgo-de-una-nueva-guerra-en-chiapas/

 

GUERRERO

Ayotzinapa: Unabhängige Expertengruppe stellt ihre Arbeit ein (30. Juli)
Die Unabhängige Expertengruppe (GIEI) beklagt Boykott der Streitkräfte bei Aufklärung. Alle Beteiligten manipulieren und vertuschen Informationen, so ihr Fazit.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/08/265134/mexiko-expertengruppe-gibt-auf

Die Angehörigen der Verschwundenen von Ayotzinapa fordern Gerechtigkeit. Quelle: CDHCMX

 

Neue Belege für die Verstrickung der Behörden von Mexiko im Fall Ayotzinapa (13.Sept.)
Neue Hinweise belegen, dass örtliche Militärs, Polizeieinheiten und Politiker:innen nicht nur gelegentlich für das Verbrecherkartell Guerreros Unidos gearbeitet haben, sondern praktisch deren Angestellte waren. Damit haben sie dem Kartell stärker als bislang bekannt dabei geholfen, die 43 Lehramtsstudenten spurlos verschwinden zu lassen. Das geht aus 23.000 Textnachrichten hervor, die die New York Times ausgewertet hat. Die Zeitung kommt zu dem Schluss: Funktionär:innen praktisch aller lokalen Behörden, vom Sanitäter über den Gerichtsmediziner bis hin zum Militärkommandanten, arbeiteten seit Monaten für das Drogenkartell, das damit sämtliche öffentliche Einrichtungen in seiner Hand hatte. Das Organisierte Verbrechen agierte in einem Klima totaler Straflosigkeit.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/09/265868/belege-staat-verstrickung-ayotzinapa

 

OAXACA

Windparks in Mexiko: Entwicklung für alle Menschen? (10. August)
Die Energiewende ist dringend notwendig, aber sie erfolgt weder nachhaltig noch sozial und ökologisch gerecht.
Der Isthmus von Tehuantepec in Oaxaca, der schmalste Teil des mexikanischen Territoriums, ist ein Gebiet, das aufgrund seiner strategischen Lage und seines biologischen Reichtums seit jeher vom transnationalen Kapital begehrt wird. Die Versuche, die Region zu kontrollieren und auszubeuten, können bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgt werden.
Weiterlesen: https://amerika21.de/analyse/264625/windparks-mexiko

 

 

QUINTANA ROO

Maya-Indigene wehren sich gegen Infrastrukturprojekt „Puerta al Mar“ (8. Sept.)
Das Projekt, das seit dem Beginn der Regierung von Lezama Espinosa von der regierenden Morena-Partei auf der Agenda steht, besteht darin, das Zentrum der Gemeinde Felipe Carrillo Puerto mit dem Meer zu verbinden, südlich von Tulum gelegen. Es wird ein 55-57 Kilometer langer Weg durch den Dschungel gebaut, der den schnellen Zugang zum Meer in Richtung der Gebiete Playón und Vigía Chico ermöglichen soll.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/09/265764/puerta-al-mar-tut-zum-meer-quintana-roo

 

MEXIKO

Wo Mexiko-Stadt den Dreck hinschafft – Mord an Umweltaktivisten Abisai Perez Romero
Weiterlesen: https://www.akweb.de/politik/wo-mexiko-stadt-den-dreck-hinschafft-mord-an-umweltaktivisten-abisai-perez-romero/

 

Sieg der Marea Verde – Abtreibung nun landesweit straffrei (6. Sept.)
„Die grüne Welle“ hat sich in den letzten Jahren in Mexiko von Bundesstaat zu Bundesstaat ausgebreitet. Nun endlich hat sie sich auch auf nationaler Ebene durchgesetzt: Am 6. September traf der Oberste Gerichtshof (SCJ) die historische Entscheidung, Abtreibungen im ganzen Land zu entkriminalisieren. Ab jetzt sollen Frauen wegen einer Abtreibung nicht mehr ins Gefängnis kommen, und nicht nur das: Alle Gesundheitseinrichtungen sind ab jetzt verpflichtet, den Wunsch einer Frau nach Schwangerschaftsabbruch zu respektieren und die Gesundheitsdienstleistung anzubieten.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/feminismus-queer/sieg-der-marea-verde-abtreibung-nun-landesweit-straffrei/

 

Zwei Frauen gehen ins Rennen um die Nachfolge von Präsident Lopez Obrador (12. Sept.)
Die beiden entscheidenden politischen Machtblöcke des Landes haben ihre Kandidat:innen für die Präsidentschaftswahl nächstes Jahr gekürt. Für Morena, die Mitte-links Partei des amtierenden Präsidenten Andrés Manuel López Obrador (Amlo), die mit der Grünen Partei und der Arbeitspartei paktiert, wird Claudia Sheinbaum Pardo antreten. Für die Frente Amplio, den Zusammenschluss der Parteien PAN, PRI und PRD, Xóchitl Gálvez Ruiz. Damit ist es quasi sicher, dass eine von beiden Präsidentin werden wird, die erste in der Geschichte des Landes.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/09/265858/nachfolge-mexiko-amlo

 

HINWEISE

Fr, 29. Sept.: critical mass. Gemeinsam Velofahren in vielen (Schweizer) Städten.
Mehr Infos: https://criticalmass-zh.ch/index.html

 

Sa, 30. Sept.: Nationale Klimademo, 14 Uhr Bollwerk Bern
Mehr Infos: https://klima-demo.ch/

 

Carea-Vorbereitungsseminar (D) zur Menschenrechtsbeobachtung in Chiapas im Nov./Dez.:
Mehr Infos: https://www.chiapas.eu/news.php?id=12095

Vorbereitung in der Schweiz: Meldet euch bei Interesse. Genaue Termine geben wir noch bekannt.

Posted by Andrea Steinauer in Dokumentarfilme

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Südmexiko-Newsletter Juni / Juli 2023

CHIAPAS

Gemeinden der Grenzregion von Chiapas nach Gewaltausbruch auf der Flucht
Die Südgrenze Mexikos befindet sich in einer humanitären Krise aufgrund einer Gewaltspirale, die sich Ende Mai verschärft hat. Bewaffnete Konflikte zwischen verschiedenen Gruppierungen des organisierten Verbrechens um die territoriale Kontrolle der geostrategisch wichtigen Region führten in den Gemeinden Frontera Comalapa und Chicomuselo zur Flucht der Bevölkerung aus mehreren Dörfern.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/05/264201/mexiko-gemeinden-chiapas-auf-der-flucht

Abschiebung minderjähriger Migrant:innen in Chiapas
Vom 1. Januar bis zum 31. März 2023 wurden in Mexiko 20.095 Migrant:innen im Kindes- und Jugendalter festgenommen – fast eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Davon wurden wiederum 1.362 Minderjährige abgeschoben, wobei ein Großteil der Abschiebungen in Chiapas durchgeführt wurde. Laut dem Netzwerk für die Rechte von Kindern und Jugendlichen in Chiapas REDIAS (Red por los Derechos de las Infancias y Adolescencias en Chiapas) ist der Bundesstaat auch der Ort, an dem landesweit die meisten aus den USA deportierten Kinder und Jugendlichen leben.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/flucht-migration/abschiebung-minderjaehriger-migrantinnen-in-chiapas/

Internationaler Aufruf gegen Angriffe auf zapatistische Gemeinden in Mexiko
Mit einer internationalen Erklärung haben Tausende auf den paramilitärischen Angriff reagiert, den die Regionale Organisation der Kaffeebauern von Ocosingo (Orcao) am 22. Mai auf die autonome zapatistische Gemeinde Moisés Gandhi in Ocosingo, Chiapas, verübt hat. Dabei wurde der Tzeltal-Indigene Jorge López Sántiz schwer verletzt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/06/264259/mexiko-angriffe-ezln-gemeinden-aufruf

 

Dürre in Chiapas setzt Fischerei und Landwirtschaft zu

Im Malpaso tauchten durch die Dürre die Ruinen einer Dominikanerkirche aus dem 16.Jh. auf. (Quelle: chiapasparalelo)

Der Malpaso-Staudamm ist nach den Talsperren La Angostura und Chicoasén I das drittgrößte Wasserreservoir Mexikos. Aufgrund der anhaltenden Hitze und heftigen Dürre in Chiapas ist der Wasserspiegel der Staudämme auf ein Rekordniveau abgesunken.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/06/264552/mexiko-duerre-chiapas

 

 

 

 

Frayba-Bulletin Nr. 16: Freiheit für José Díaz, Mitglied der Zapatistischen Unterstützungsbasis
José Díaz, Unterstützungsbasis der EZLN, ist Opfer der Fabrizierung von Schuldigen durch die Bundesstaatsanwaltschaft von Chiapas

  • Seit acht Monaten willkürlich seiner Freiheit beraubt, ohne Garantie einer angemessenen Verteidigung und eines fairen Prozesses durch die Justizmacht des Bundesstaates Chiapas.
  • Vier Mitglieder der zapatistischen Unterstützungsbasis drohen willkürlich verhaftet zu werden.

Weiterlesen: https://www.chiapas.eu/news.php?id=12046
Original-Text auf Spanisch: https://www.frayba.org.mx/boletin_16_jose_diaz_BAEZLN

 

PUEBLA / GUERRERO

Verschwundene Studenten in Mexiko: Weiterer hochrangiger Militär festgenommen
Mexikanische Bundespolizisten haben mit Oberst Rafael Hernández Nieto einen weiteren Ex-Militär festgenommen, der in den Fall der 43 verschwundenen Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa verwickelt sein soll. Die Generalstaatsanwaltschaft (FGR) wirft ihm gewaltsames Verschwindenlassen und organisierte Kriminalität vor.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/07/264883/ayotzinapa-festnahme-militaer

Verschwundene Studenten von Ayotzinapa: 16 Haftbefehle gegen Militärs erlassen
Im Fall der verschwundenen Lehramtsstudenten von Ayotzinapa hat ein mexikanisches Bundesgericht die Generalstaatsanwaltschaft autorisiert, Haftbefehle wegen organisierter Kriminalität und gewaltsamen Verschwindenlassens gegen 16 Mitglieder des Militärs zu erlassen.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/07/264630/mexiko-verschwindenlassen-militaers

 

OAXACA

Umweltgerechtigkeit kann nicht warten
Unsere im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca ansässige Partnerorganisation EDUCA (Servicios para una Educación Alternativa) hat die Kampagne „Die Umweltgerechtigkeit kann nicht warten“ gestartet. Mit von der Partie sind Frauen und Männern aus dem „Netzwerk der Verteidiger:innen kommunalen Grund und Bodens (Redecom)“. Ziel der Kampagne ist es, ein Bewusstsein für die Auswirkungen der Klimakrise auf Umwelt und Ökosysteme zu schaffen. Die Umweltschützer:innen sind der Auffassung, dass die Klimakrise nicht nur ein Umweltproblem, sondern auch ein ethisches und politisches ist. In Oaxaca treffen zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite setzen sich indigene Bewohner:innen aktiv für den Erhalt ihres gemeinschaftlich genutzten Grund und Bodens ein. Auf der anderen Seite ist dieser durch die Auswirkungen der Klimakrise besonders gefährdet. Die Lage Oaxacas zwischen dem Golf von Mexiko und dem Pazifischen Ozean setzt den Bundesstaat zunehmend extremer werdenden Wettereinflüssen aus. Mit steigenden Temperaturen und stetig zurück gehenden Niederschlägen werden viele Regionen in den nächsten Jahren von lang anhaltender Trockenheit und Dürre betroffen sein.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/umwelt-wirtschaft/umweltgerechtigkeit-kann-nicht-warten/

Kleinbauern warnen vor Folgen des Klimawandels in der Sierra de Juárez
An einem zu klein gewachsenen Apfel, an den gelben Blättern des Maisfeldes, an dem vertrockneten Bohnenacker, an Vögeln wie dem Chachalaca, die jetzt im Wald Zuflucht suchen, und an der Zikade, die ständig singt und die man vorher nicht gesehen hat: Daran merken die „Bauernwächter“ (guardianes campesinos) von Benito Juárez die Folgen des Klimawandels. Die Gemeinde gehört zu Santa Catarina Lachatao in der Sierra de Juárez in Oaxaca.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/07/264691/mexiko-kleinbauern-klimawandel

 

VERACRUZ

Bauern in Mexiko nach Protesten für gerechte Kaffeepreise in Haft
Vier Kaffeebauern und eine ehemalige Gemeindepräsidentin befinden sich seit dem 26. Mai in Veracruz in Untersuchungshaft. Den Anführern der Proteste für bessere Kaffeepreise wird vorgeworfen, den Brand einer Verarbeitungsfabrik von Agroindustrias Unidas de México S.A. (Amsa) angestiftet zu haben.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/06/264440/mexiko-bauern-proteste-kaffepreise

NAYARIT

Proteste nach Ermordung eines weiteren Journalisten in Mexiko
Nach einem weiteren Mord an einem Journalisten in Mexiko haben Verbände und Institutionen gegen die Gewalt an Medienschaffenden protestiert.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/07/264904/proteste-ermordung-journalist-mexiko

MEXIKO

Neue Datenbank soll bei Identifizierung von Verschwundenen helfen
Die Nationale Forensische Datenbank (BNDF) Mexikos ist seit dem 29. Mai dieses Jahres in Betrieb. Es handelt sich dabei um ein technologisches Instrument zur Identifizierung von gewaltsam verschwundenen Personen. In Mexiko gibt es 52.000 noch nicht identifizierte sterbliche Überreste und 110.000 Vermisste.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/06/264275/verschwindenlassen-mexiko-datenbank

Arbeiten am Tren Maya werden auf Teilstrecken eingestellt
Ein Bundesrichter hat die Einstellung der Arbeiten am Tren Maya in den Bereichen 3, 4, 5 Nord und 6 angeordnet. Damit sollen alle Vorgänge, die zu Abholzung oder Rodung von Waldflächen in den Gebieten führen würden, gestoppt werden, sagt das Mexikanische Zentrum für Umweltrecht Cemda (Centro Mexicano de Derecho Ambiental). Das Zentrum war eine der Organisationen, die die einstweilige Verfügung gegen das föderale Megaprojekt eingereicht hatten.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/06/264345/arbeiten-am-tren-maya-werden-eingestellt

Regierung berät über Reparationen für Brandopfer von Migrationszentrum
Um Entschädigungsmöglichkeiten für die Opfer des Brandes im Migrationszentrum von Ciudad Juárez weiterzuverfolgen, hat sich der Leiter der mexikanischen Migrationsbehörde (Instituto Nacional de Migración, INM) im Juni mit guatemaltekischen Diplomaten in Mexiko-Stadt getroffen.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/06/264589/reparation-brand-migrationszentrum

Blutige Machtdemonstrationen
Ein Jahr vor den nächsten Wahlen in Mexiko am 2. Juni 2024 sieht sich die Regierung von Präsident Andrés Manuel López Obrador mit einer der schwersten Sicherheits- und Gewaltkrisen des Landes konfrontiert. Autobomben, Entführungen von Polizisten und Mitgliedern der Nationalgarde, Straßenblockaden durch Zivilbevölkerung, die von der Organisierten Kriminalität gesteuert werden, Schulschließungen und ökonomischer Stillstand in mehreren Städten.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/repression-widerstand/blutige-machtdemonstrationen/

HINWEISE

3. – 13. August: No Borders Klimacamp Basel: Eine andere Welt ist möglich!

Voltapark Basel. Mehr Infos: https://www.climatejustice.ch/camp/

 

Posted by Andrea Steinauer in Medien unter Beschuss, Migration

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Südmexiko-Newsletter April / Mai 2023

AUFRUF

„Semillas que florecen“: Kunstwettbewerb zum Gedenken an Bety Cariño und Jyri Jaakkola

Quelle: amerika21

Dreizehn Jahre nach der Ermordung der Menschenrechtsverteidigerin Alberta Bety Cariño Trujillo, und des finnischen Aktivisten Jyri Jaakkola, in Oaxaca starten Freund:innen und Angehörige eine internationale Kampagne und laden Kunstschaffende ein, einen Beitrag zum Gedächtnis an die Beiden zu leisten (Einreichefrist 30. Juli 2023).

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/05/263945/semillas-que-florecen-kunstwettbewerb

 

CHIAPAS

Angriff der ORCAO auf die Unterstützungsbasis der EZLN in der Gemeinde Moisés Gandhi
Am 22. Mai wurde bei einem Angriff der ORCAO (Regionale Organisation der Kaffeebauern von Ocosingo) auf Moisés Gandhi der Compañero Gilberto López Sántis schwer verletzt. In einem Aufruf fordern zahlreiche Organisationen ein Ende der bewaffneten Angriffe, die Auflösung der paramilitärischen Gruppierungen und die Respektierung des autonomen Territoriums.

Urgent Action: https://redtdt.org.mx/archivos/18337

Communiqué auf Spanisch: https://redajmaq.org/es/pronunciamiento-por-base-de-apoyo-del-ezln-herido-en-region-moises-y-gandhi-por-ataque-del-grupo

http://www.congresonacionalindigena.org/2023/05/24/cni-no-estan-solos-nuestrs-hermans-de-la-comunidad-autonoma-moises-gandhi/

Auf Deutsch: http://www.congresonacionalindigena.org/2023/05/25/cni-unsere-geschwister-der-autonomen-gemeinde-moises-gandhi-sind-nicht-allein/

 

 

Karawane der Migrant:innen fordert Dialog mit der Regierung
Migrant:innen aus Zentral- und Südamerika sind am 23. April im mexikanischen Bundesstaat Chiapas zur Karawane „Viacrucis Migrante“ aufgebrochen. Ihr Ziel ist die mehr als 800 Kilometer entfernte Hauptstadt, wo sie sich mit Regierungsvertretern treffen wollen, um über eine Regulierung ihres vorübergehenden Aufenthaltes in Mexiko zu sprechen. Danach wollen sie bis in die USA weiterziehen.

Mit dem Marsch protestieren sie auch gegen die Todesfälle in einer Sammelstelle der Migrationsbehörde (INM) im nördlichen Bundesstaat Chihuahua am 27. März.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/04/263704/mexiko-migranten-dialog-regierung

 

Abtreibungsreförmchen in Chiapas
Mit 23 Jastimmen, vier Neinstimmen und neun Enthaltungen hat der Kongress des südmexikanischen Bundesstaates Chiapas eine Reform gebilligt, die die 90-tägige Frist für eine Abtreibung im Fall einer Vergewaltigung beseitigt.

Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/feminismus-queer/abtreibungsrefoermchen-in-chiapas/

 

Neun Festnahmen im Fall der verschwundenen Lehramtsstudenten
Im Fall Iguala hat die mexikanische Bundeskriminalpolizei Haftbefehl gegen acht Polizisten und eine Polizistin aus dem Bundesstaat Guerrero vollstreckt. Sie werden beschuldigt, in das Verschwindenlassen der Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa im September 2014 verwickelt zu sein.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/03/263247/polizisten-im-fall-iguala-festgenommen

 

OAXACA

Denuncia von CNI – CIG: Angriff auf die Gemeinde San Lucas Atoyaquillo, in Oaxaca
Lesen auf Deutsch: https://www.chiapas.eu/news.php?id=11985

Lesen auf Spanisch (Original): http://www.congresonacionalindigena.org/2023/05/12/denuncia-de-la-comision-de-coordinacion-y-seguimiento-del-cni-cig-por-la-agresion-a-la-comunidad-de-san-lucas-atoyaquillo-oaxaca/

 

Blockade gegen den Interozeanischen Korridor gewaltsam geräumt
Mehrere Dutzend Soldaten und Polizisten haben am 28. April das Blockadecamp „Land und Freiheit“ einer indigenen Gemeinde im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca angegriffen und sechs Personen verhaftet. Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/05/263734/mexiko-interozeanischer-korridor

WICHTIG: Die 6 festgenommenen Personen aus dem Camp „Tierra y Libertad“ wurden am 30.04.23 freigelassen.

Lesen auf Spanisch: https://codigodh.org/2023/05/01/liberan-a-las-6-personas-detenidas-del-campamento-tierra-y-libertad-de-mogone-viejo/

 

CHIHUAHUA

Kriminalisierung führt zum Tod
Der Brand in der Haftanstalt für Migrant:innen in Ciudad Juárez am 27. März geschah vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Kriminalisierung von Geflüchteten. Ursache hierfür sind die Maßnahmen auf nationaler und regionaler Ebene zur stärkeren Kontrolle undokumentierter Einreisen. Bevor das Feuer ausbrach hatten die Inhaftierten noch die Wahrung grundlegender Rechte gefordert: Zugang zu Wasser, Nahrung und wichtigen Toilettenartikeln. Weil das Personal untätig blieb und keine Rettungsmaßnahmen ergriffen hat, starben bei dem Brand Dutzende Menschen, davon 28 aus Guatemala, 13 aus Honduras, 13 aus Venezuela, 12 aus El Salvador, einer aus Kolumbien und einer aus Ecuador.

Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/flucht-migration/kriminalisierung-fuehrt-zum-tod/

 

MEXIKO

Senat von Mexiko verabschiedet Bergbaureform
In einer Eilsitzung hat der mexikanische Senat ein Gesetzespaket passieren lassen, darunter zu Reformen im Bergbau. Die Abstimmung erfolgte im alten Sitz des Senats „Xicoténcatl“, nachdem es seitens der Opposition zu Protestaktionen gekommen war.

Der Senat verabschiedete Reformen für das Gesetz zum Bergbau, das nationale Wassergesetz, jenes über das ökologische Gleichgewicht und den Umweltschutz sowie für das allgemeine Gesetz über die Vermeidung und integrale Entsorgung von Abfällen.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/05/263805/bergbaureform-mexiko

 

Angehörige der Opfer von Verschwindenlassen fordern Sicherheit
Angehörige der Opfer von gewaltsamem Verschwindenlassen haben vor dem Nationalpalast in Mexiko-Stadt gegen die unzureichende Sicherheit bei ihrer Suche nach Familienmitgliedern protestiert. Anlass war der Mord an Teresa Magueyal Ramírez am 2. Mai. Sie war mit ihrem Fahrrad in ihrem Dorf San Miguel Octopan, Bundesstaat Guanajuato, unterwegs, als zwei Männer von einem Motorrad aus mehrmals auf sie schossen. Magueyal verstarb noch am Tatort.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/05/263904/verschwindenlassen-mexiko-suchende-muette

 

DEA-Operation löst in Mexiko heftige Kritik an den USA aus
Präsident Andrés Manuel López Obrador (Amlo) hat das Vorgehen der US-Behörde zur Drogenbekämpfung (DEA) kritisiert. Diese operiere in Mexiko ohne jegliche Genehmigung der mexikanischen Regierung.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/04/263534/dea-drogenkartelle-mexiko-usa

 

Nahua-Aktivist Eustacio Alcalá in Michoacán ermordet
Der Aktivist Eustacio Alcalá Diaz der indigenen Volksgruppe der Nahua ist tot. Wie das Menschenrechtszentrum ProDH (Centro de Derechos Humanos Miguel Agustín Pro Juárez) mitteilte, war Alcalá drei Tage zuvor von einer bewaffneten Gruppe entführt worden. Nun wurde sein Leichnam in Huitzontla, einer kleinen Stadt im mexikanischen Bundesstaat Michoacán, gefunden.

Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/umwelt-wirtschaft/nahua-aktivist-eustacio-alcala-in-michoacan-ermordet/

 

HINWEISE

Mi, 14. Juni: Feministischer Frauenstreiktag – Aktionen und Demos in vielen Städten

https://www.14juni.ch/: Übersicht und mehr Infos. Kommt zahlreich!

 

Posted by Andrea Steinauer in News

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Südmexiko-Newsletter März 2023

SAVE THE DATE

«Flügel und Wurzeln der sozialen Bewegungen in Oaxaca, Mexico»

Veranstaltung der Direkten Solidarität mit Chiapas:
Eine Reihe von Kurzdokus über soziale Bewegungen in Oaxaca zeigen die Geschichte, aktuelle Beispiele und die Zukunft von Widerstandsprozessen in Südmexiko.  Zwischen den Filmen werden Vertretende der NGO Codigo DH und Educa über die Entstehung dieser Dokumentarfilme und die aktuelle Situation der sozialen Bewegungen in Mexiko sprechen.

Daten:
Do, 27. April, 19 Uhr, Waisenhausplatz 30, Progr. (Stube), Bern. (im Rahmen der Tour de Lorraine)
Sa, 29. April, 19 Uhr, Kasernenareal Zürich (im Rahmen des 1.Mai-Festes)

 

CHIAPAS

CNI – Dritter Aufruf zum Internationalen Treffen: Der Süden widersteht 2023!
»Globaler Kapitalismus der Konzerne, weltweites Patriarchat, Autonomien in Rebellion«
6. und 7. Mai 2023 im CIDECI/ Caracol Jacinto Canek, San Cristóbal de las Casas,
Chiapas, Mexiko
Weiterlesen auf Deutsch: https://www.chiapas.eu/news.php?id=11898
Weierlesen auf Spanisch (Original): http://www.congresonacionalindigena.org/2023/02/24/tercera-llamada-encuentro-internacional-el-sur-resiste-2023-capitalismo-corporativo-mundial-patriarcado-planetario-autonomias-en-rebeldia-6-y-7-de-mayo-2023-cideci-caracol-j/

  

GUERRERO

Aufklärung im Fall Ayotzinapa fehlgeschlagen

Das mexikanische Menschenrechtszentrum Tlachinollan hat einen weiteren Bericht zum Fall Ayotzinapa veröffentlicht. Bei der Präsentation dieses Berichts stellte der Anwalt der Familien der 43 Studenten von Ayotzinapa, Vidulfo Rosales Sierra, fest, dass der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador trotz aller Wahlversprechen nicht genug zur Aufklärung beigetragen hat. Am 26. September 2014 wurden 43 Lehramtsstudenten in Iguala, Guerrero, entführt und wurden seitdem nie wieder gesehen. Eine vollständige Aufklärung des Falles hat es bis heute nicht gegeben. Es gibt jedoch Hinweise, dass das mexikanische Militär in das Verschwindenlassen und die mutmaßliche Ermordung der jungen Männer verwickelt ist.

Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/memoria-justicia/aufklaerung-im-fall-ayotzinapa-fehlgeschlagen/

 

NUEVO LEON

US-Konzern Tesla baut seine „Gigafactory 5“ in Mexiko

Die Entscheidung ist gefallen: Elon Musk wird ein Tesla-Werk in Monterrey im mexikanischen Bundesstaat Nuevo León an der US-Grenze errichten. Dies gab Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador nach Gesprächen mit dem Geschäftsführer des US-Konzerns bekannt. Der Standort ist wegen Wassermangels in der Region umstritten. Bedenken sind laut Obrador nach Gesprächen mit Musk ausgeräumt.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/03/262910/mexiko-tesla-gigafactory-5

 

HIDALGO

Gewaltsamer Tod eines weiteren Umweltaktivisten in Hidalgo

Der junge Umweltaktivist und Journalist Abisaí Pérez Romero ist am 13. Februar außerhalb der Stadt Tula auf einer Schotterstraße neben seinem Fahrrad tot aufgefunden worden. Seine Familie meldete ihn seit dem Vortag als vermisst. Pérez Romero dokumentierte verschiedene Widerstandsprozesse der indigenen Gemeinden im zentralmexikanischen Bundesstaat Hidalgo.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/02/262811/mexiko-gewaltsamer-tod-umweltaktivist

 

MICHOACÁN

Waldschützer getötet, der sich gegen Ausbreitung der Avocado-Industrie wehrte

Alfredo Cisneros Madrigal, ein Waldschützer aus der indigenen Gemeinde Sicuicho, ist in der Nacht zum 21. Februar erschossen worden. Das teilte der Oberste Indigene  Rat von Michoacán (Consejo Supremo Indígena de Michoacán, CSIM) mit.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/02/262867/mexiko-waldschuetzer-getoetet-avocadoanbau

 

MEXIKO

Verbot von Genmais für menschlichen Konsum und von Glyphosat-Einsatz in Mexiko

Der mexikanische Präsident Andres Manuel López Obrador hat ein neues Dekret erlassen, das die Verwendung von gentechnisch verändertem Mais für den menschlichen Konsum und den Einsatz des Herbizids Glyphosat untersagt.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/02/262832/mexiko-verbot-genmais-glyphosat

 

Kein Gen-Mais mehr aus den USA für Mexiko?

Im nordamerikanischen Freihandelsabkommen USMCA knirscht es: Die USA gehen gegen das mexikanische Importverbot von gentechnisch verändertem US-Mais vor. Am Ende könnten Strafzölle stehen. Droht ein Handelsstreit?

Der Handelskonflikt zwischen den USA und Mexiko spitzt sich zu. Die US-Regierung von Präsident Joe Biden erklärte am Montag, sie werde erste Schritte unternehmen, um das von Mexiko verhängte Einfuhrverbot von gentechnisch verändertem Mais aus den Vereinigten Staaten anzufechten. Konkret bedeutet dies zunächst technische Konsultationen auf Regierungsebene.

Weiterlesen: https://www.dw.com/de/kein-gen-mais-mehr-aus-den-usa-f%C3%BCr-mexiko/a-64917368

 

Präsident von Mexiko verstaatlicht Lithium-Vorkommen

Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador hat per Dekret die Lithium-Vorkommen des Landes zum Eigentum der mexikanischen Nation erklärt und dem Staat die exklusive Vollmacht für ihren Abbau erteilt. Außerdem bestimmte er 234.850 Hektar Land im nordmexikanischen Bundesstaat Sonora zu Lithium-Reservaten. Mineral hat strategische Bedeutung für die Produktion von Hochleistungsbatterien, etwa für Elektroautos

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/02/262833/mexiko-nationalisiert-lithium

 

Mexiko: MazahuaApp zum Erhalt indigener Sprache im Einsatz

Die MazahuaApp für Mobiltelefone, die dazu dienen soll, die indigene Sprache Mazahua vor dem Verschwinden zu bewahren, wird jetzt eingesetzt. Entwickelt hat die Anwendung César Cruz, ein ehemaliger Mechatronik-Student der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (Unam).

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/03/262963/handyapp-zum-erhalt-indigener-sprache

 

HINWEISE

Solidarität mit Vio.Me !

Am 16.03.2023 haben Solidarische das griechische Generalkonsulat in Zürich besucht, um ihre Solidarität mit den kämpfenden Arbeiter*innen der selbstverwalteten Fabrik VIO.ME in Thessaloniki kundzutun – dies auf Grund des Verkaufs von Vio.Me an eine südafrikanische Fonds-Gesellschaft, wonach Vio.Me zu einer Solidaritätswoche aufrief.

Weiterlesen: https://barrikade.info/article/5740

 

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Südmexiko-Newsletter Januar/Februar 2023

IN EIGENER SACHE

Anpassung der Kaffeepreise

Aus verschiedenen Gründen mussten die Kaffeepreise auf den 1.1.2023 angehoben werden. Einerseits wird Kaffee heute zu einem hohen Preis gehandelt, wie vielerorts zu lesen ist. Weiter wurden die Transportkosten teurer und der Pesokurs ist gestiegen, was den Einkauf ebenfalls verteuert. Nachdem die Preise längere Zeit stabil gehalten werden konnten, wurde eine Erhöhung nun unumgänglich.

Die neuen Preise sind:

250 gr. – 9.- (unverändert)
500 gr neu 16.-
1 kg neu 30.-

Dies sind die Preise im Gebana-Online-Shop. Im Laden eures Vertrauens können die Preise variieren, da die Marge von den Händler:innen selber festgelegt wird.
Für Wiederverkäufer:innen werden die Preise in Relation zu den Preiserhöhungen angepasst.

Widerstand für Vio.ME

Die Kolleg:innen der selbstverwalteten Waschmittelfabrik Vio.Me sehen sich neuen Herausforderungen gegenüber. Die Fabrik in Athen, Griechenland, deren Seifen die Solig-Chiapasgruppe neben dem Kaffee vertreibt, läuft Gefahr, geräumt zu werden. Dies, weil das Gelände, auf dem die Fabrik steht, an eine Fondsgesellschaft verkauft wurde. Die Compas der Fabrik rufen zur Solidarität auf, um die Räumung abzuwenden. Weiterlesen : http://gskk.org/?p=10317#more-10317

 

CHIAPAS

EZLN und weitere indigene Gruppen in Mexiko solidarisch mit Lützerath-Aktivist:innen

Die selbstverwaltete Regierung der elften Gemeinde der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) hat der Klimabewegung von Lützerath ihre Solidarität bekundet. Sie begrüßte den Widerstand der Aktivist:innen, „die seit dem 2. Januar 2023 mit neuen Polizeiansätzen (sic) konfrontiert sind“. Die Zapatistas klagen  an, dass die Polizei die Klimaaktiven vertreiben will, um Platz für den Energiekonzern RWE zu schaffen.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/01/262135/ezln-solidarisch-mit-luetzerath

 

OAXACA

Mexikos Drogenbekämpfer vor Gericht – Der Prozess gegen Mexikos früheren Polizeichef hat begonnen. García Luna arbeitete gegen die Kartelle und bekam gleichzeitig Gelder der Narcos.

Sollte der Ex-Mafiaboss „der Große“ die Wahrheit sagen, könnte es einigen mexikanischen Politikern an den Kragen gehen. „Mit Hilfe der Regierung konnte das Kartell sein Territorium erweitern, den Drogenumsatz erhöhen und seine Gegner kaltstellen“, sagte der Zeuge Sergio Villareal Barragán („der Große“) im Prozess gegen den früheren mexikanischen Polizeichef Genaro García Luna in New York Anfang der Woche. Der Ex-Mafiaboss, der seinen Spitznamen „El Grande“ seiner Körpergröße verdankt, muss es wissen. Villareal Barragán agierte selbst in der kriminellen Organisation und heute sitzt in den USA im Gefängnis.
Weiterlesen: https://taz.de/Drogenkrieg-in-den-USA/!5911711/

 

MICHOACÁN

Attacken gegen organisierte Nahua-Gemeinden in Michoacán

Indigene Gruppierungen in der Gemeinde Aquila im mexikanischen Bundesstaat Michoacán sind seit Jahresbeginn mehrfach von Banden der organisierten Kriminalität angegriffen worden. Drei Mitglieder der Selbstverteidigungsstruktur „Guardia Comunal“ wurden am 12. Januar in einem Hinterhalt erschossen, kurz darauf verschwanden ein Menschenrechtsanwalt und ein Gemeindevertreter gewaltsam.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/01/262255/massive-attacken-nahua-gemeinden

Nahua-Indigene blockieren Stahlunternehmen

Nahua-Indigene aus der Gemeinde Aquila im Bundesstaat Michoacán blockieren seit dem 21. Januar den Eingang zum Bergbau Las Encinas der Firma Ternium. Sie fordern, dass die mexikanischen Behörden die Suche nach den Menschenrechtsaktivisten Ricardo Lagunes und Antonio Díaz intensivieren. Nach Auffassung von Angehörigen und Gemeindevertretern sei das lateinamerikanische Unternehmen mit Zentrale in Luxemburg in deren Verschwinden verwickelt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/01/262396/mexiko-nahua-indigene-stahlunternehmen

 

MEXIKO

Familien verurteilen weiterhin fehlende Aufklärung im Fall Ayotzinapa

Eltern und Verwandte der Opfer von Ayotzinapa haben am Montag erneut für Aufklärung und Gerechtigkeit demonstriert. Acht Jahre und drei Monate nach dem gewaltsamen Verschwindenlassen der 43 Studierenden im mexikanischen Bundesstaat Guerrero verurteilten sie die fehlenden Ermittlungsfortschritte und die Untätigkeit der Regierung im Bezug auf die Aufklärung des Verbrechens.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/12/261859/mexiko-ayotzinapa-fehlende-aufklaerung


Kunst als Medium für die Suche und das Erinnern

Überall spürbar in Mexiko ist die Dringlichkeit, ja die zwingende Notwendigkeit sich mit der schwerwiegendsten sozialen Krise der letzten hundert Jahre auseinanderzusetzen. Diese Dringlichkeit und Notwendigkeit sind nicht Ergebnis eines blinden Aktionismus. Im Gegenteil, sie sind Reaktion auf das Versagen des Staates, das Verschwinden von Personen aufzuklären, es aufzuhalten und Gerechtigkeit herzustellen. Doch es ist nicht nur der fehlende Wille: Es ist die aktive Rolle des Staates in kriminellen Strukturen, die dazu führt, dass er das Leben seiner Bürger*innen nicht schützen kann.
Auf dieses Problem reagieren einige Künstler*innen in der Ausstellung Performatividades de la búsqueda (Performativitäten der Suche) in der Galería Metropolitana UAM in Mexiko-Stadt.

Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/memoria-justicia/kunst-als-medium-fuer-die-suche-und-das-erinnern/

„Ley Malena“ soll in Mexiko Gerechtigkeit für die Opfer von Säureangriffen schaffen

Mehrere feministische Gruppen haben vergangenen Dienstag auf einer Pressekonferenz im Kongress der Hauptstadt eine neue Gesetzesinitiative vorgestellt. Diese hat zum Ziel, Säureangriffe auf Frauen als eigene Straftat zu kategorisieren und so Opfern von derartigen Attacken einen einfacheren Zugang zur Justiz zu gewähren.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2023/02/262555/mexiko-ley-malena

 

HINWEISE

Tour de Lorraine 2023 in Bern:
20.- 29. April
www.tourdelorraine.ch

Spendenaufruf für Erdbebenhilfe in Kurdistan
Medico International Schweiz sammelt Geld für die Partnerorganisation Kurdischer Roter Halbmond. Die Organisation
leistet Nothilfe in den vom Erdbeben des 6. Februar betroffenen Gebieten in Kurdistan.
https://www.medicointernational.ch/regionen-projekte/kurdistan/hintergruende/erdbebenhilfe-fuer-kurdistan.html#jump

Posted by Soli Chiapas in Bergbau, Chiapas, Kaffee, Newsletter

Südmexiko-Newsletter Dezember 2022

CHIAPAS

No al tren

2. Aufruf zu Karawane und internationales Treffen 2023: Der Süden widersteht!
Wir (Koordinierungs- und Organisierungskommission Der Süden widersteht!, Congreso Nacional Indígena (CNI) − Indigener Regierungsrat (CIG)) laden alle mexikoweiten und internationalen Organisationen ein, sich für ihre Teilnahme am Internationalen Treffen am 6. und 7. Mai 2023 vorzubereiten.

Darüber hinaus rufen wir alle Organisationen, Gemeinschaften, Bewegungen, Kollektive und solidarischen Menschen dazu auf, sich an der globalen Spendenkampagne zu beteiligen, indem sie Foren, Diskussionen, Austausch, Festivals, Tanzveranstaltungen, Sammlungen, Tombolas organisieren, den Hut herumgehen lassen, Lassos werfen, T-Shirts, Poster, Aufkleber drucken und verkaufen und alles Mögliche tun, um damit die kollektive Finanzierung dieser Aktivitäten des nächsten Jahres unterstützen zu können.

Weiterlesen: https://www.chiapas.eu/news.php?id=11842

 

In Chiapas werden die Menschenrechte nicht garantiert oder geschützt
Anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags vom 10. Dezember erklären wir vom Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas (Frayba), dass es in Chiapas eine schwere humanitäre Krise gibt, die sich in allgemeiner und institutioneller Gewalt gegen Gemeinschaften und Gruppen äußert, die ihre Gebiete verteidigen. die andauernde Straflosigkeit im Justizsystem, in einem wiederkehrenden Muster gegen Menschenrechtsverteidiger, die kriminalisiert, bedroht, angegriffen und ermordet werden; ein Umfeld mehrerer schwerwiegender Situationen von Rechtsverletzungen, die einen tiefen Zusammenbruch des sozialen Gefüges verursachen.

Weiterlesen auf Spanisch: https://frayba.org.mx/dia-internacional-dh

 

In Mexiko gehen die Spionagepraktiken gegen Menschenrechtsverteidiger weiter
Am Internationalen Tag der Informationssicherheit (30. Nov.) schließt sich das Frayba dem Bewusstsein an, wie wichtig es ist, unsere Gewohnheiten in Bezug auf die Informationssicherheit zu verbessern; Wir verurteilen auch die Spionage und Zensur von Journalisten, Aktivisten und Menschenrechtsverteidigern durch digitale Medien.

Weiterlesen auf Spanisch: https://frayba.org.mx/espiojane_informatico_mx

 

Worte weben Dez. 22_Quelle: frayba.org

Communiqué des Treffens «Das Wort weben: Dialog zwischen den Völkern» (18. Dez.)
Einzelpersonen und Organisationen, die an dem Treffen »Das Wort weben: Dialog zwischen den Völkern« teilnehmen, erklären ihren Widerstand gegen die Gewalt, der indigene Völker und Gemeinschaften ausgesetzt sind, die Land und Territorium verteidigen, insbesondere gegen die bedauerlichen Morde an Verteidigern in den Bundesstaaten Chiapas und Oaxaca, die ungestraft geblieben sind, gegen die illegale Wiederaufnahme der Bergbauaktivitäten in der Gemeinde Chicomuselo und gegen den Widerstand gegen die Entwicklung des Interozeanischen Industrieparks.

Weiterlesen: https://www.chiapas.eu/news.php?id=11839

 

OAXACA

Union Hidalgo erkämpft Rückgabe seines Landes
Die im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca gelegene Gemeinde Union Hidalgo hat einen historischen Sieg errungen. Mitte November erging ein Urteil, dass die Verträge, mit denen die Firma Desarollos Eólicos Mexicanos (Demex) Land für die Errichtung eines Windparks gepachtet hatte, für ungültig erklärte. Die zum spanischen Unternehmen Renovalia Energy gehörende Demex muss jetzt Grundstücke wieder herausgeben, die sie für die Errichtung des Windparks „Piedra Larga“ gepachtet hatte.

Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/umwelt-wirtschaft/union-hidalgo-erkaempft-rueckgabe-seines-landes/

 

 

MEXIKO

Indigene aus Mexiko protestieren in Frankreich gegen Danone-Konzern
Der Widerstand gegen den Danone-Ableger Bonafont in Mexiko hat Frankreich erreicht. Am 21. November protestierte eine Delegation der indigenen Nahuas mit der symbolischen Übergabe von knapp 50.000 Unterschriften vor der Zentrale des Lebensmittelkonzerns in Paris. Sie werfen dem Unternehmen den fortgesetzen Diebstahl von Grundwasser vor.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/11/261227/danone-wasserraub-mexiko

 

Mexiko: Einwohner von San Gregorio kämpfen um Wasser
Die Einwohner des Dorfes San Gregorio Atlapulco im Bezirk Xochimilco in Mexiko-Stadt verlangen den sofortigen Stopp des Aufbauprojekts des Wasser-Sammelstrangs Actopan. Denn statt einer Sanierung des Entwässerungskanals, wie die Behörden anfänglich behaupteten, handle es sich gegenwärtig um die Umleitung von Trinkwasser von San Gregorio Atlapulco nach Mexiko-Stadt.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/12/261528/stadtplanungspolitik-mexiko-stadt

 

Nach Gerichtsurteil: Einsatz des Militärs für innere Sicherheit in Mexiko bleibt umstritten
Der mexikanische oberste Gerichtshof (SCJN) hat das Gesetz über den Einsatz des Militärs für Aufgaben der Inneren Sicherheit für verfassungskonform erklärt. Der Einsatz von Armee und Marine soll bis 2028 erfolgen, bis die im Jahr 2019 gegründete Nationalgarde fertig ausgebildet und organisiert ist.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/12/261566/mexiko-militaereinsatz-im-inneren

 

 

UNTER BESCHUSS

Mexiko wieder gefährlichstes Land für Journalisten
Mexiko ist laut der Jahresbilanz von «Reporter Ohne Grenzen» zum vierten Jahr in Folge das gefährlichste Land für Journalisten. Mindestens 11 Medienschaffende wurden 2022 getötet – mehr als in jedem anderen Land. „Es gelang mehreren Staaten nicht, die bei ihnen grassierende Gewalt einzudämmen und Medienschaffende zu schützen. Allein in Mexiko wurden mindestens elf Journalistinnen und Journalisten ermordet“, steht im Bericht von Reporter Ohne Grenzen. Das sind 20 Prozent der Opfer weltweit. Gefolgt wird Mexiko an der traurigen Spitze von der Ukraine (8 Tote) und Haiti (6 Tote).

Weiterlesen: https://www.blickpunkt-lateinamerika.de/artikel/mexiko-wieder-gefaehrlichstes-land-fuer-journalisten/

 

Journalisten in Mexiko: Kriegsreporter im eigenen Land
Zuletzt traf es Pedro Pablo Kumul. Der Moderator des mexikanischen Onlineportals AX Noticias fuhr vergangene Woche gerade in seinem Auto, als ihn Unbekannte mit Schüssen töteten. Der junge Mann aus dem Bundesstaat Veracruz ist der 17. Medienschaffende, der dieses Jahr in Mexiko gewaltsam ums Leben kam. Das ist selbst für das ohnehin für Journalist*innen gefährliche Land trauriger Rekord.

Weiterlesen: https://taz.de/Journalistenmorde-in-Mexiko/!5899581/

 

HINWEISE

Sa/So, 14./15. Januar 2023: STRIKE WEF – Winterwanderung nach Davos
Infos dazu: https://strikewef.org/

Sa, 4. Februar 2023: 30. RojiNegro Solidaritätsjassen. Nach 2 Jahren Zwangspause werden wieder die Karten gemischt! Kulturmarkt Zürich, Aemtlerstrasse 23, 8003 Zürich.
Infos: https://www.rojinegro-jassen.ch/

 

Posted by Andrea Steinauer in Communiqués

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Südmexiko-Newsletter Oktober / November 2022

CHIAPAS

A Portrait of Resistance, Determination and Love: a Zapatista health promoter.

Portrait einer zapatistischen Gesundheitspromotorin während ihrer Arbeit auf dem Blog des Projekts Schools for Chiapas.

Weiterlesen auf Englisch: https://schoolsforchiapas.org/a-portrait-of-resistance/

 

Communiqué der Abejas vom 10. November

In diesen Zeiten verletzen die Parteimitglieder mehrerer Gemeinden der offiziellen Landkreises Chenalhó in eklatanter Weise die Menschenrechte mehrerer Familien, die Mitglieder unserer Organisation Las Abejas de Acteal sind.
Weiterlesen: https://www.chiapas.eu/news.php?id=11801
Auf Spanisch: http://acteal.blogspot.com/

 

OAXACA

Mord an Menschenrechtlern in Mexiko weiter straffrei, Fall soll vor internationale Instanz

Gut zwölf Jahre nach der Ermordung der Menschenrechtsverteidigerin in Oaxaca, Alberta Bety Cariño Trujillo, und des finnischen Aktivisten Jyri Jaakkola, sind die Angeklagten freigelassen worden. Die Familien der Opfer, die am 27. April 2010 als Teilnehmer einer humanitären Karawane nach San Juan Copala in den Hinterhalt einer bewaffneten Gruppe gerieten, gaben bekannt, dass sie den Fall der Interamerikanische Menschenrechtskommission vorlegen werden.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/10/260552/mord-menschenrechtlern-mexiko-straffrei

Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/repression-widerstand/strafloser-mord-an-menschenrechtlerinnen-soll-vor-cidh/?pk_campaign=feed&pk_kwd=strafloser-mord-an-menschenrechtlerinnen-soll-vor-cidh

 

Gemeindeaktivist in Oaxaca trotz staatlicher Schutzmaßnahmen ermordet

Unbekannte haben Filogonio Martínez Merino am 26. Oktober auf dem Weg in das Dorf Paso de la Reyna in der Küstengemeinde Santiago Jamiltepec des mexikanischen Bundesstaates Oaxaca erschossen. Martínez, beteiligte sich 15 Jahre lang aktiv an der Verteidigung des Flusses Río Verde gegen staatliche und privatwirtschaftliche Wasserkraftprojekte. Er ist das sechste Opfer innerhalb von zwei Jahren.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/10/260779/mexiko-mord-filogonio-martinez-merino

Weiterlesen auf Spanisch: https://www.jornada.com.mx/2022/10/29/opinion/008o1pol

 

Dokumentarfilmserie “Alas y Raíces de los movimientos sociales en Oaxaca” (Flügel und Wurzeln der sozialen Bewegungen in Oaxaca)

Im Zusammenhang mit Widerstandsprozessen in Oaxaca hat die NGO EDUCA eine Miniserie von Dokumentarfilmen veröffentlicht. Diese befassen sich mit der Geschichte, konkreten Beispielen und der Zukunft von Widerstandsprozessen im Bundesstaat Oaxaca.

Der 4. Teil der Serie befasst sich mit der Verteidigung des Río Verde (siehe vorheriger Beitrag).

Ansehen auf Spanisch (Englische Untertitel verfügbar): https://www.educaoaxaca.org/serie-documental-alas-y-raices-de-los-movimientos-sociales-en-oaxaca/

 

MEXIKO

Unterdrückung indigener Widerstandsbewegungen

In ihrem Gastbeitrag schildert Sozialarbeiterin Sophie Lindtner die schwierige Lage von indigenen Widerstandsbewegungen in Mexiko und berichtet über die Rolle von Menschenrechtsbeobachtung in zwei Gemeinden.

Weiterlesen: https://www.derstandard.de/story/2000139349323/mexiko-unterdrueckung-indigener-widerstandsbewegungen

 

Staat entschuldigt sich für Versagen bei Verfolgung des Mordes an Digna Ochoa

21 Jahre hat es gedauert, bis der mexikanische Staat anerkannt hat, dass die Menschenrechtsanwältin Digna Ochoa y Plácido ermordet wurde und keinen Selbstmord begangen hat, wie die Behörden in Mexiko-Stadt damals entschieden.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/10/260674/mexiko-staat-entschuldigung-fall-ochoa

 

Mexiko-Stadt: „Marcha de las Catrinas“ in Gedenken an ermordete Frauen

Mit der Demonstration erinnerten die Protestierenden an die in Mexiko ermordeten Frauen, die nach wie vor keine Gerechtigkeit erfahren. Die Person der Catrina steht in Mexiko symbolisch für den Tag der Toten, der am 31. Oktober beginnt und an dem verstorbenen Angehörigen gedacht wird.

Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/feminismus-queer/marcha-de-las-catrinas-in-gedenken-an-ermordete-frauen/

 

Gleichgeschlechtliche Ehe jetzt in ganz Mexiko erlaubt

Die „Ehe für alle“ ist jetzt in ganz Mexiko legal. Als letzter der 32 Bundesstaaten verabschiedete das Parlament von Tamaulipas eine entsprechende Gesetzesänderung.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/11/260804/gleichgeschlechtliche-ehe-ganz-mexiko

 

JALISCO: Kontaminierung und politisches Versagen im Grossraum Guadalajara. Interview mit dem Kollektiv Un Salto de Vida

El Salto und Juanacatlán sind zwei Gemeinden der Metropolregion Guadalajara im mexikanischen Bundesstaat Jalisco. Eine Brücke über den Fluss Santiago verbindet die beiden Orte. Was direkt auffällt, ist die braune Färbung des Wassers, sein fauliger Geruch und die Schaumbildung auch noch hunderte Meter nach dem Wasserfall, der dem Ort El Salto seinen Namen gegeben hat. In dieser Region liegt einer der größten Industriekorridore Mexikos, in dem unzählige Unternehmen, davon über 70 internationale, angesiedelt sind. Dies bringt den Gemeinden jedoch keinen Wohlstand, sondern Krankheit, Armut und Tod.

Weiterlesen: https://amerika21.de/analyse/260717/mexiko-umwelt-interview-un-salto-de-vida

 

Hacker veröffentlichen auch Militärunterlagen aus Mexiko

Die Hackergruppe „Guacamaya“ hat auf geheime Unterlagen aus dem mexikanischen Verteidigungsministerium (Sedena) zugegriffen und diese veröffentlicht. Es handelt sich um Mitteilungen und Berichte über umstrittene Aspekte der Regierung und über die Rolle der Streitkräfte.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/10/260513/mexiko-hacker-militaerunterlagen

 

Adios Sommerzeit

Das Plenum des mexikanischen Senats hat am 26. Oktober die sofortige Abschaffung der Sommerzeit gebilligt. 57 Stimmen unterstützten die Initiative mit dem Argument, die Zeitumstellung schade der Gesundheit. Zudem habe die Sommerzeit seit ihrer Einführung 1996 das Versprechen einer Stromeinsparung nicht erfüllt, sie lag in den ersten Jahren unter einem Prozentpunkt.

https://amerika21.de/2022/10/260749/adios-sommerzeit-mexiko

 

 

HINWEISE

Di. 22. Nov.: Film und Gespräch: Hebammen im Kampf gegen Gewalt rund um Schwangerschaft und Geburt in El Salvador. Der Dokumentarfilm MATRONAS porträtiert die salvadorianischen Hebammen der Vereinigung Rosa Andrade, die schon im Bürgerkrieg aktiv waren und bis heute für ihre Rechte kämpfen. Anschliessende Diskussion mit Maja Hess (Präsidentin von medico international schweiz) und Vilma Coreas Guzmán: Koordinatorin der Hebammenvereinigung «Rosa Andrade» (online zugeschaltet)

 

Mi. 23. Nov.: Diskussion und Abendessen mit einer Aktivistin aus Mexiko. Infoladen Kasama, Militärstr. 87A, 8004 Zürich.
Die Aktivistin Marcelina aus Zacatepec, Puebla, kommt ihm Rahmen einer Speaking Tour nach Zürich. Sie wird vom Widerstand gegen das wirtschaftliche Megaprojekt Proyecto Integral de Morelos berichten. Ausserdem wird eine Ethnologin von ihrer Forschung vor Ort berichten. Die Veranstaltung findet auf Spanisch statt, es gibt die Möglichkeit einer Flüsterübersetzung.

Es wird um eine Anmeldung gebeten: https://www.eventbrite.com/e/widerstand-gegen-megaprojekte-in-mexiko-diskussion-abendessen-tickets-458377879577?aff=ebdshpsearchautocomplete&keep_tld=1
Weitere Infos siehe Flyer unten.

 

So, 4. Dez.: Soli-Preisjassen Infoladen Kasama, Militärstr. 87A, 8004 Zürich

 

So. 28. Nov., 12:00 – 13:00: Webinar: Chile, Mexiko, Mercosur – Handelsabkommen der EU in der Pipeline und ihre Auswirkungen auf die Ernährungssouveränität. Veranstalter: Powershift, Attack, Naturfreunde, fdcl. Anmeldung: https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_EaVs6okCQcmLN9V0eTYk4Q

Weitere Infos: https://power-shift.de/termin/chile-mexiko-mercosur-handelsabkommen-der-eu-in-der-pipeline-und-ihre-auswirkungen-auf-die-ernaehrungssouveraenitaet/

 

 

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